Psychotherapie München: FAQ

Was ist Psychotherapie?

Psychotherapie ist eine Form der Behandlung, die darauf abzielt, psychische und emotionale Probleme, Störungen oder Leiden zu lindern oder zu heilen. Sie wird von ausgebildeten Psychotherapeuten durchgeführt und umfasst verschiedene Methoden und Techniken, um das psychische Wohlbefinden zu verbessern. Psychotherapie kann in Einzel-, Gruppen- oder Paarsitzungen stattfinden und ist ein wichtiger Bestandteil der psychischen Gesundheitsversorgung.

Ziele der Psychotherapie:

  • Symptome von psychischen Erkrankungen (z. B. Depressionen, Angststörungen) reduzieren.

  • Bewältigungsstrategien für Stress oder traumatische Erlebnisse entwickeln.

  • Selbstreflexion und persönliches Wachstum fördern.

  • Beziehungen und soziale Fähigkeiten verbessern.

 

Wie wirkt Psychotherapie?

Psychotherapie wirkt, indem sie Denkmuster, Emotionen, Verhaltensweisen und sogar neurologische Prozesse positiv verändert. Sie stärkt die persönlichen Ressourcen, verbessert Beziehungen und hilft, langfristige Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Die therapeutische Beziehung selbst spielt dabei eine zentrale Rolle, da sie Vertrauen, Sicherheit und Unterstützung bietet.

 

Welche Psychotherapeutische Methoden gibt es?

In Deutschland sind verschiedene Psychotherapieverfahren anerkannt, die von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert werden können. Die wichtigsten Methoden lassen sich in drei wissenschaftlich anerkannte Richtlinienverfahren und weitere ergänzende Ansätze unterteilen.

1. Richtlinienverfahren (von Krankenkassen anerkannt)

Diese Verfahren sind evidenzbasiert und werden in der ambulanten und stationären Psychotherapie eingesetzt:

A. Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)
      • Fokus: Gedanken, Gefühle und Verhalten analysieren und verändern.

      • Anwendung: Depressionen, Angststörungen, Zwänge, Essstörungen, PTSD.

      • Typische Techniken:

        • Kognitive Umstrukturierung (negative Denkmuster hinterfragen).

        • Expositionstherapie (z. B. bei Phobien).

        • Verhaltensübungen (z. B. bei Prokrastination).

B. Psychoanalyse und Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (TP)
      • Fokus: Unbewusste Konflikte aus der Kindheit aufdecken.

      • Anwendung: Chronische Depressionen, Persönlichkeitsstörungen, Trauma.

      • Unterschiede:

        • Psychoanalyse: Langfristig (mehrere Jahre), freie Assoziation, Couch.

        • Tiefenpsychologie: Kürzer (ca. 1–2 Jahre), fokussierter auf aktuelle Probleme.

C. Systemische Therapie (seit 2018 anerkannt)
      • Fokus: Beziehungsmuster in Familien, Paaren oder sozialen Systemen.

      • Anwendung: Familienkonflikte, Paartherapie, Sucht, Essstörungen.

      • Methoden:

        • Genogramm (Familienbeziehungen visualisieren).

        • Refraiming (Problem neu interpretieren).

        • Skulpturarbeit (Rollen darstellen).

2. Weitere Therapieverfahren (teils privat finanziert)

Diese werden nicht immer von Krankenkassen übernommen, aber ergänzend genutzt:

A. Humanistische Therapien
      • Gesprächspsychotherapie (Klientenzentriert nach Carl Rogers)

        • Empathie, Akzeptanz, Echtheit als Grundhaltung.

      • Gestalttherapie (Fritz Perls)

        • Arbeit mit Körperwahrnehmung und „Hier und Jetzt“.

B. Körpertherapeutische Ansätze
      • EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing)

        • Bei Trauma (geleitete Augenbewegungen zur Verarbeitung).

      • Biofeedback & Neurofeedback

        • Körperfunktionen (z. B. Puls) bewusst steuern lernen.

C. Achtsamkeitsbasierte Methoden
      • MBCT (Achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie)

        • Kombination aus KVT und Meditation (z. B. bei Depressionen).

      • ACT (Akzeptanz- und Commitment-Therapie)

        • Akzeptanz von Gefühlen + Werteorientierung.

D. Kunst- und kreative Therapien
      • Musik-, Tanz-, Dramatherapie (häufig in Kliniken).

3. Besondere Verfahren für spezifische Störungen

    • Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) → Borderline-Persönlichkeitsstörung.

    • Schematherapie → Chronische Muster bei Persönlichkeitsstörungen.

    • Metakognitive Therapie (MCT) → Grübeln bei Depressionen/Ängsten.

 


Wie finde ich einen Psychotherapeuten / eine Psychotherapeutin in München?

Wenn Sie eine Psychotherapeutin / einen Psychotherapeuten mit freien Plätzen suchen, dann sind Sie auf diesem Portal richtig. Alternativ können Sie auch über die Psychotherapeutenkammer oder über die kassenärztlichen Bundesvereine suchen.

In Deutschland gibt es mehrere vom Ministerium anerkannte Psychotherapiemethoden. Dese anerkannten Methoden erfüllen die Qualitätsanforderungen, die in der Gesetzgebung vorgesehen sind. Es ist allgemein anerkannt, dass die therapeutische Beziehung zwischen dem Psychotherapeuten und dem Patienten einen größeren Einfluss auf das Ergebnis der Behandlung hat als die angewandte Methode.

Der telefonische Erstkontakt steht meist am Beginn der Suche nach einer Psychotherapeutin/einem Psychotherapeuten. Nach Terminvereinbarung findet ein Erstgespräch statt. Bei dieser Gelegenheit können Sie die Therapeutin/den Therapeuten kennenlernen.

Die therapeutische Beziehung zwischen Patientin/Patient und Psychotherapeutin bzw. Psychotherapeuten kommt in der Psychotherapie ein großer Stellenwert zu. Sie ist nachgewiesenermaßen ein wichtiger Wirkfaktor der Psychotherapie. Sie müssen sich nicht gleich im Erstgespräch für sie/ihn entscheiden – manchmal ist eine Bedenkzeit bzw. ein zweites Gespräch mit der jeweiligen Therapeutin/dem jeweiligen Therapeuten sinnvoll oder auch möglicherweise ein weiteres Erstgespräch mit einer anderen Psychotherapeutin/einem anderen Psychotherapeuten, sofern es sich einrichten lässt. Wichtige Voraussetzungen für die Psychotherapie sind Sympathie und Vertrauen zur Psychotherapeutin/zum Psychotherapeuten.
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Was ist der Unterschied zwischen Psychologe, Psychotherapeut und Psychiater?


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Wie viel kostet Psychotherapie in München?

Die Kosten für Psychotherapie in München hängen von mehreren Faktoren ab, darunter die Art der Therapie, der Therapeut und dein Versicherungsstatus. Hier sind die wichtigsten Punkte:

1. Kostenübernahme durch die Gesetzliche Krankenkasse (GKV)

    • Vollständige Übernahme: Wenn Sie gesetzlich versichert sind und die Therapie von einem kassenzugelassenen Psychotherapeuten (mit Approbation und Kassenzulassung) durchgeführt wird, übernimmt die Krankenkasse die Kosten komplett.

    • Voraussetzungen:

      • Diagnose einer psychischen Störung (z. B. Depression, Angststörung)

      • Kostenvoranschlag und Antrag bei der Kasse (bei Langzeittherapie)

      • Selbstbeteiligung: Nur die normale Praxisgebühr (falls noch existent) oder Rezeptgebühren.

2. Private Krankenversicherung (PKV) & Beihilfe

    • Private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten je nach Tarif – oft in voller Höhe.

    • Als Beamt:in erhalten Sie meist Beihilfe für Psychotherapie.

3. Selbstzahler (Privatpatienten oder ohne Kassenzulassung)

    • Preisspanne pro Sitzung (50 Minuten):

      • 80 € – 160 € (je nach Erfahrung des Therapeuten und Art der Therapie)

      • Erstgespräch: Oft teurer (bis 180 €)

    • Gesamtkosten:

      • Kurzzeittherapie (12 Sitzungen): ~1.000–2.000 €

      • Langzeittherapie (50+ Sitzungen): 5.000–10.000 €

Hat eine:r Psychotherapeut:in Schweigepflicht?

Psychotherapeuten in Deutschland sind zur absoluten Verschwiegenheit verpflichtet. Diese Schweigepflicht schützt Ihre Privatsphäre und schafft einen sicheren Rahmen für die Therapie. Doch was genau bedeutet das in der Praxis?

Rechtliche Grundlagen der Schweigepflicht

Die Verschwiegenheitspflicht von Psychotherapeuten ist gesetzlich klar geregelt:

    • Strafgesetzbuch (§ 203 StGB): Verstöße können als Straftat geahndet werden

    • Berufsrechtliche Vorschriften: Die Psychotherapeutenkammer schreibt die Verschwiegenheit verbindlich vor

    • Datenschutzrecht (DSGVO): Zusätzlicher Schutz Ihrer persönlichen Daten

Was genau unterliegt der Schweigepflicht?

Alles, was in der Therapie besprochen wird, bleibt vertraulich:

    • Diagnosen und Behandlungsinhalte

    • Persönliche Lebensumstände

    • Sogar die Tatsache, dass Sie eine Therapie machen

Diese Informationen dürfen ohne Ihr ausdrückliches Einverständnis nicht an Dritte weitergegeben werden – weder an Familienangehörige noch an andere Ärzte oder Behörden.

Wann darf die Schweigepflicht durchbrochen werden?

Nur in ganz besonderen Ausnahmefällen:

    1. Bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung

    2. Bei gerichtlicher Anordnung (sehr selten)

    3. Bei bestimmten meldepflichtigen Krankheiten

    4. Mit Ihrer schriftlichen Einwilligung

Praktische Fragen zur Schweigepflicht

Viele Patienten fragen sich:

    • Wie sieht es mit der Abrechnung bei der Krankenkasse aus?
      → Es werden nur anonymisierte Daten übermittelt

    • Dürfen Angehörige Informationen erfahren?
      → Nein, nicht ohne Ihre Zustimmung

    • Wer hat Zugang zu meinen Therapieunterlagen?
      → Nur Ihr Therapeut, die Akten unterliegen strengen Sicherheitsvorschriften

Tipps für Patienten

    • Scheuen Sie sich nicht, Ihren Therapeuten direkt auf die Schweigepflicht anzusprechen

    • Bei Bedarf können Sie eine Schweigepflichtsentbindung für bestimmte Personen erteilen

    • Online-Therapie unterliegt den gleichen strengen Vertraulichkeitsregeln

Die Schweigepflicht ist ein zentraler Bestandteil der psychotherapeutischen Behandlung in Deutschland. Sie garantiert, dass Sie offen über Ihre Probleme sprechen können, ohne Angst vor Konsequenzen haben zu müssen.

Haben Sie konkrete Fragen zu Ihrem persönlichen Fall? Ein guter Therapeut wird Ihnen jederzeit Auskunft über den Umgang mit Ihren Daten geben können.

Weitere Informationen finden Sie bei der Psychotherapeutenkammer Ihres Bundeslandes oder bei unabhängigen Patientenberatungsstellen.